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LAOS: Labor für agentenorientierte Systeme

Agentenorientierung kann als das zukünftige Paradigma der Softwareentwicklung betrachtet werden. LAOS hat sich zum Ziel gesetzt, die theoretischen, praktischen und angewandten Grundlagen für Agentenorientierung, Agententechnologie und damit für die Entwicklung komplexer, verteilter Systeme zu erarbeiten und bereitzustellen.
Der Schwerpunkt liegt im Bereich der Informatik. Gleichwohl werden auch die Disziplinen der Kognitionswissenschaften, der Soziologie, der Psychologie, der Wirtschaftswissenschaften sowie weitere angrenzende Disziplinen berücksichtigt.
Die Ausrichtung von LAOS geht dabei aus zwei Dimensionen hervor:

  • formal fundierte Techniken werden zur Modellierung eingesetzt und
  • praktisch erprobte Techniken werden zur Umsetzung verwendet.
Dem Motto: "Implementieren durch Modellieren " folgend, werden formal fundierte Darstellungstechniken, die über eine operationale Semantik verfügen, bevorzugt. LAOS liegt somit ein Theorie- und Praxis-integrierender Ansatz zugrunde.
Die zukünftigen Herausforderungen für die Informatik in Bezug auf die Agentenorientierung und die Agententechnologie werden insbesondere in der Beherrschung der flexiblen Anpassung von Strukturen und dem damit zusammenhängenden Verhalten gesehen. Da sowohl die konzeptionellen Hintergründe als auch die praktische Realisierung neuer Lösungen bedürfen, wird gleichzeitig auf konzeptioneller und praktischer Ebene gearbeitet.
Die konzeptionellen Grundlagen werden insbesondere durch Petrinetze, Termersetzung, Algebra, Typtheorie, Verteilte Algorithmen, Rewriting Logic, Programming, etc. gebildet.
Die praktischen Grundlagen werden durch softwaretechnische Entwicklungsansätze ganzheitlich abgedeckt. Insbesondere wird das Konzept der Ausführungseinheiten eingesetzt, motiviert durch das Konzept der "Petrinetze als Marken von Petrinetzen". Letzteres Konzept erlaubt auch die Verwendung abstrakter Maschinen, so dass vom konkreten Programm bis hin zu symbolischen Repräsentationen alle Arten der Ausführung verwendet werden können.

Um die gesetzten Ziele zu erreichen, werden zahlreiche kleinere Projekte durchgeführt. In ihnen werden konkrete Fragestellungen behandelt. Diese decken unter anderem die folgenden Themenbereiche ab:

  • Petrinetze
  • Modellierung
  • Implementierung
  • Spezifikation
  • Verifikation
  • Validierung
  • Emotion
  • Mobilität
  • Adaptivität
  • Workflow
  • Werkzeug
  • Web-Services
  • Softwarearchitekturen
  • Projektmanagement
  • Vorgehensmodelle
  • Objekt-, Komponenten- und Agentenorientierung
  • Verteilte Algorithmen
Im Anwendungsbereich wurden und werden die folgenden Gebiete abgedeckt:
  • Petrinetze, E-Services, E-Business, Web-Services, Spiele (Siedler von Cartan, Börsenspiel), Aufzugsysteme, Kassensysteme, Warenwirtschaftssysteme, Krankenhausorganisation, Universitäre Entscheidungsunterstützung, etc.
Es wird also ein ganzheitlicher, theoriebasierter und praxisbezogener Ansatz verfolgt. Dabei wird davon ausgegangen, dass ein Ansatz, aufbauend auf zugrundeliegenden Paradigmen und dazugehörigen Prinzipien, aus Techniken, Methoden und Werkzeugen besteht, wobei vielfältige Konzepte zugrunde liegen. Ein Ansatz ist immer relativ zu seinem Kontext zu sehen und wird durch Ressourcen in seiner Wirkung beschränkt.
Als zentrale Technik werden Petrinetze, als Methode die Extreme Analysis, als Werkzeug Agent-Renew und als Paradigma Agenten und Multi-Agentensysteme (MAS) eingesetzt.

[LAOS] [TGI] [Informatik] [Universität]

Daniel    Letzte Änderung: 09.08.2004
Diese Seite: http://www2.informatik.uni-hamburg.de/tgi/forschung/projekte/laos/laos-index.html